03 Juli 2009

Gerüchteküche Fanø

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Gerüchte verbreiten und dabei einen immer bedrohlicheren Charakter annehmen. Das letzte Gerücht auf Fanø: die Insel wird Teil des Weltkulturerbes und das Autofahren am Strand schon bald nicht mehr möglich sein.
Wie immer ist ein klein wenig Wahrheit an jedem Gerücht, aber der überwiegende Teil stammt aus dem Reich der Phantasie.
Ja, das Wattenmeer wurde unlängst zum Weltkulturerbe erhoben. Nein, Auswirkungen für Fanø hat dies nicht, denn auf Grund der Umweltbestimmungen, die eine solche Auslobung mit sich führen kann, hat Dänemark, neben der Hansestadt Hamburg, den Antrag auf Weltkulturerbe nicht unterstützt. Das Weltkulturerbe Wattenmeer endet somit kurz hinter Sylt.
Ja, Fanø und das Watt werden Nationalpark. Nein, Auswirkungen auf die Befahrbarkeit des Strandes hat dies nicht, denn insbesondere die Landwirtschaft auf Fanø ist Sturm gegen diesen Beitritt gelaufen. Heraus kam ein Kompromiss, nachdem keinerlei Restriktionen eingeführt werden dürfen. EU - Mittel aus Brüssel fliessen auf Grund des Titels aber dennoch - klug gemacht von den Fanikkern!
Ja, einige dänische Parlamentsabgeordnete, die sich eigentlich in den Sommerferien befinden sollten, meinen derzeit, dass die Strände Jütlands für den Autoverkehr gesperrt werden sollten. Nein, Auswirkungen hat dieses Sommertheater nicht, denn die gesetzgeberische Hoheit über die Strände liegt bei der jeweiligen Kommune. O-Ton des Bürgermeisters von Fanø zu diesem Vorschlag: "die in Kopenhagen haben wohl zulange in der Sonne gesessen."